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Die BestBrewChallenge als Ausbildungs-Projekt – was Azubis da lernen können

Die BestBrewChallenge als Ausbildungs-Projekt – was Azubis da lernen können

In einer großen Brauerei praxisnah zu lernen, ist manchmal gar nicht so einfach. Jedenfalls wenn es darum geht, einen kompletten Produktionsprozess vom Rezeptentwurf bis zur abgefüllten Bierflasche zu begleiten. „Oft ist es ja so, dass Bier-Rezepturen, die im großen Maßstab eingebraut werden, bereits vorliegen“, erklärt Holger Kittler, Leiter der Qualitätssicherung und Ausbilder in der Familienbrauerei Moritz Fiege in Bochum. Weil er seinen Auszubildenden den Gesamtüberblick ermöglichen möchte, richtet er die „ProBierWerkstatt“ ein.

Dort dürfen die angehenden Brauer und Mälzer projektweise und im kleineren Maßstab ihr eigenes Bier kreieren. Dafür bestens geeignet ist die BestBrewChallenge, denn die Azubis aus Bochum melden sich nach ihrer ersten Teilnahme in 2021 mit einem leichten Weizenbier auch 2022 wieder an. Was sie motiviert? Neben der Aussicht auf den Sieg und damit der Ehre, dass das Siegerbier auf der Branchenmesse drinktec in München ausgeschenkt wird, ist das professionelle Feedback interessant. Denn die Biere werden von Bier-Sommeliers verkostet und jede Einsendung erhält ein detailliertes Feedback. Auch der Bierstil Altbier und die damit verbundene brautechnische Herausforderung kann die Auszubildenden begeistern.

Holger Kittlers Wirken in der „ProBierWerkstatt“ orientiert sich am Modell der vollständigen Handlung. Dieses Unterrichtskonzept aus der Berufspädagogik soll es den Auszubildenden ermöglichen, praxisnah und handlungsorientiert zu lernen. Der Ausbilder gibt dabei die Rahmenbedingungen vor, lässt die Lernenden dann im Team „machen“, beobachtet und steht bei Fragen oder Schwierigkeiten zur Seite.

„Wir hatten eine relativ lange Vorbereitungszeit, um die Rezeptur zu erstellen“, erzählt Kittler. „Dazu haben sich die Azubis die Hilfe eines Kollegen ins Boot geholt, der früher in einer Altbier-Brauerei gearbeitet hat.“ Ganz klassisch sei ihr Altbier, nach Düsseldorfer Variante. Denn die Hefe konnte aus Düsseldorf besorgt werden. „Eine glückliche Fügung“, sagt Kittler ohne weitere Details zu nennen. Am Einbrautag selbst läuft alles wie am Schnürchen: Malz schroten, Einmaischen um Punkt 14 Uhr, Läutern, Hopfengabe, Würzepfanne, Whirlpool, Abkühlen. Zwischendurch ein paar Fotos machen für Facebook und Instagram. „Wir haben an dem Tag auch gemeinsam Abendbrot gegessen“, Kittler bringt es selbst in der „ProBierWerkstatt“ vorbei – und nicht nur das: „Gegen 20 Uhr waren wir fertig mit dem Brauprozess. Dann sind wir mit dem Team noch auf ein Feierabendbier ausgegangen.“

Das frisch gebraute Altbier darf übers Wochenende ruhen, am Montag zwickelt Kittler. Sein Urteil: „Sie haben auf jeden Fall etwas Gutes kreiert.“

Doch damit ist das Azubi-Projekt noch nicht zu Ende. Schließlich gehören auch Gärung und Lagerung, in diesem Fall über Flaschenreifung, zum Brauprozess. In wenigen Wochen ist das Bier fertig. Dann analysieren die Auszubildenden ihre Bierkreation im eigenen Labor und kontrollieren so, ob neben Geschmack, Geruch und Aussehen auch die „inneren“ technischen Werte stimmen.

Insgesamt 50 Liter Altbier wurden eingebraut. Davon sind drei Liter zum Einsenden zur BestBrewChallenge nach Heidelberg vorgesehen. Das übrige Bier wird als Haustrunk an die Kolleginnen und Kollegen bei Moritz Fiege weitergegeben – damit jeder probieren kann, was die Auszubildenden zusammengebraut haben. Ganz nach dem Motto der Familienbrauerei: „Miteinander. Mit Fiege.“

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